Radau an der Raw: Blut, Bienen und Blaufränkisch

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Tatort Weinmesse. Die Blutlache am Boden ist gross wie das Mittelmeer. Zum Glück hat niemand gesehen, dass der randvolle Spucknapf nicht von Geisterhand von der Tischkante geschupst worden ist… So ein Ende hat dieser Wein nicht verdient. Er stammt von Salvatore Marino aus Sizilien. Seine frischen Crus sind eine meiner Entdeckungen der «Raw Wine». Die deutsche Ausgabe dieser Weinmesse hat kürzlich Berlin gerockt. Der Name ist Programm: die Weine sind raw – naturbelassen im besten Sinn.

Eine weitere Trouvaille: Die Hiyu Wine Farm aus Oregon. Mit seinem langen weissen Bart erinnert Winzer Nate Ready an den legendären US-Musikproduzenten Rick Rubin. Seine Spezialität sind «Field Blends». Weine aus verschiedenen Traubensorten, die im selben Weinberg wachsen und zusammen geerntet und gekeltert werden. In Österreich nennen sie das «Gemischter Satz». Ob es dort Winzer gibt wie Nate Ready mit seinen über hundert Rebsorten im Weinberg?

Ein Bart wie Rick Rubin: Nate Ready aus Oregon, Meister der «Field Blends».

Eher unter die Rubrik «kann man machen» fallen die hip designten Weine der Noita Winery aus Finnland – gemacht Trauben, die in Österreich eingekauft wurden. Die Winzer hatten dem Naturwein-Publikum allerhand zu erklären. Die Weine kann man unter «Horizonterweiterung» verbuchen. Mehr nicht.

Ungewöhnlich sind auch die Crus von Ballot-Flurin aus Südwestfrankreich. Der Hydromel Pétillant ist ein Pet Nat-Schaumwein mit Honig und Lavendel. Sozusagen ein Met Nat. Das Projekt der Bio-Imkers Remi Ballot und dem Kanadier Andrew Tape ist extrem interessant – die Honigweine sind Geschmackssache.

Auf zur nächsten Blüte. Zum ungarischen Weingut Hummel. Hier summt die Biene auf dem Etikett. Der «Bernstein 2018», gekeltert aus der ungarischen Rebsorte Hárslevelü (bitte zehnmal ganz schnell nachsprechen), ist unglaublich saftig. Nektar!

Trouvaillen von der «Raw Wine» – der Bambule! Blaufränkisch von Judith Beck und der Bernstein aus dem Hause Hummel.

Die Offenbarung folgt am Stand der Winzerin Judith Beck. Das Weingut der jungen Österreicherin liegt am Neusiedlersee nahe der ungarischen Grenze. Besonders beeindruckend: die Weine ihrer «Bambule!»-Serie. Bambule ist Gaunersprech und steht für lautstarken Gefängnis-Radau. Es sind ihre rawsten Weine. Unfiltriert, ungeschwefelt – und unglaublich gut.

Der Muskat kann kaum verbergen, dass er aus einer Aromensorte gekeltert wurde. Der opulente Duft nach Muskat, Orangenschale, Grüntee und hellen Blüten wird begleitet von einer ätherischen Kräuterwürzigkeit, die der Wein seiner fast zweiwöchigen Maischestandzeit verdankt.

Auch Becks roter Bambule, ein Blaufränkisch, trumpft mit ätherischen Nuancen auf. Dichtgewoben, von kühler Eleganz mit zünftig Tannin und Aromen dunkler Beeren, Pfeffer, Zedernholz und Paprika. Ich notiere: Blaufränkisch – muss öfter getrunken werden! Dieser Wein landet nicht am Boden wie der arme Sizilianer – sondern im Reisegepäck.

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Frische Weine aus dem Süden: Salvatore Marino keltert seine Turi-Weine aus sizilianischen Sorten. Sie sind unverschämt saftig – und preiswert.

Von lebendigem Saft und ausgekochten Schlitzohren

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Das Können der Kellermeister: Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Technik, Kunst und Kommerz.

Ich habe Glück: Der Wein, den ich aus meinen Garten-Trauben zu machen versuche, muss nicht verkauft werden. Bei Winzern hingegen hängt deren Existenz von der Frucht ihrer Arbeit ab. Die Ernte ist inzwischen im Trockenen und die Arbeit in den Kellern läuft auf Hochtouren. Im Rebberg hat die Natur den Takt vorgegeben.

Jetzt kann der Kellermeister – oder die Kellermeisterin – den Weg des Weins stärker mitbestimmen. Wie stark dabei eingegriffen wird, ist eine Frage der Philosophie. Und des Geldes. Schliesslich wird hier die Existenzgrundlage verarbeitet. Der Spielraum für Experimente ist also oft begrenzt.

Kniffe und Kosmetik

Es müssen Entscheidungen getroffen werden, die den Charakter des werdenden Weines entscheidend prägen. Die einen setzen auf Kniffe und Kosmetik und nutzen dabei allerlei technische Hilfsmittel. Andere frönen dem kontrollierten Nichtstun, wie es so schön heisst.

Der Weg vom Weinberg in die Weinflasche kann anspruchsvoll und nervenaufreibend sein. Aber es gibt Abkürzungen. Zumindest für die Techniker. Etwa indem die Maische – dieser glibbrige Matsch aus Traubenhäuten, Saft und Fruchtfleisch – erwärmt oder erhitzt wird.

Eine gängige Methode unter ausgekochten Schlitzohren. Gerb- und Farbstoffe werden rascher extrahiert – und Mikroorganismen weggekocht. Damit der Most trotzdem zu gären beginnt, wird er mit Reinzuchthefen wiederbelebt. So entstehen runde und aromatische Weine – manchmal aber leider auch kitschige oder verkochte.

Mikroorganismen als Magier

Der andere Weg der «Weinwerdung» ist steiniger. Hier marschieren alle durch, die möglichst ohne Manipulationen und Zusatzstoffe Wein keltern wollen. Dazu müssen die Trauben kerngesund sein – hier werden die Mikroorganismen nämlich als Helferlein rekrutiert. Etwa die auf den Traubenhäuten und im Keller vorkommenden wilden Hefen. Sie ermöglichen eine Spontangärung.

Mit Können, Erfahrung und Fingerspitzengefühl lässt sich der lebendige Saft so steuern, dass Wein entsteht, der tatsächlich nicht viel mehr ist als vergorener Traubensaft. Deshalb werden diese Crus auch gerne als «vins vivants» beschrieben. Von wegen kontrolliertes Nichtstun!

Aber keltern können muss man halt schon. Egal ob technisch oder naturbelassen. Ich jedenfalls habe Pech, muss meine Weine zwar nicht verkaufen – dafür aber selber saufen. Dazu aber ein andermal mehr.

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Winzer-Utensilien: Schläuche, Gärfilter, Schwefel-Schnitten.

Alsace gone wild – Piraten, Partisanen und Punks

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Frei wie der Wein: Der 2018er-Riesling markiert Lambert Spielmanns zweiten Jahrgang.

Die polternden Fäuste der singenden Winzer bringen die Weinflaschen auf dem Tisch zum tanzen. Dahinter hängt eine Piratenfahne an der Wand. Auf den Etiketten der tanzenden Traubensäfte steht «Libre Comme Le Vin», «Socialitre» oder «Mafia Vin Free». Es ist spät. Es ist laut. Es wird gelacht.

Hier, am Stand dieser jungen, wilden Elsässer Winzer, lässt sie sich gut ausklingen, die «Brut(es)» – eine Weinmesse in Mulhouse, die sich ganz den «vins naturels» verschrieben hat. Die lebendigste Ecke wird von den jungen Elsässern besetzt, das ist nicht zu überhören. Raisins Sociaux heisst das Weinkollektiv. Daneben Lambert Spielmann. Auf seiner Visitenkarte steht Partisan Vigneron.

Ein cooles Bild geben sie ab mit ihren Irokesenschnitten, Motörhead-Pullis und den stylischen Weinetiketten. Aber was heisst das schon? Winzer nach Sympathiepunkten abzugrasen ist so oberflächlich, wie Weine nach dem Etikett einzukaufen. Also Obacht!

Erster Schluck. Erleichterung. Die können was! Der Rosé der Raisins Sociaux bietet unkomplizierten Trinkspass. Manche Crus sind noch etwas ungehobelt und rustikal – wie ihre Macher, könnte man jetzt floskeln – aber sie gehen runter wie nix. Die Piratenstory hinter einigen Weinen lässt aufhorchen: gekeltert aus Trauben, die man sich von verlassenen Rebbergen besorgt hat.

Partisan Vigneron: Lambert Spielmanns Weingut heisst «Domaine in Black» – wer ist wohl Lambert auf diesem Bild?

Das Revier der Freibeuter liegt bei Rouffach zwischen Mulhouse und Colmar. Lambert Spielmann, ihr partner in crime nebenan, keltert seine Crus in Saint-Pierre etwas weiter nördlich. Sein Riesling «Libre Comme Le Vin 2018» offenbart Noten von gelbem Steinobst, frisch angeschnittenem Apfel, Zitronengras und hellen Gewürzen. Ein Weisser mit kühl-kargem Charme und vibrierender Säure – vor allem in Anbetracht des heissen Jahrgangs. Im Abgang mit einer schönen Salzigkeit, die der Winzer dem Alter der 70- bis 80-jährigen Rebstöcke zuschreibt.

Die Reben hat Spielmann gepachtet. Anders als viele andere Elsässer Winzer entstammt er nicht einer Weinbaudynastie. Sein Riesling markiert erst die zweite eigene Ernte. Einen Weingutnamen sucht man auf dem 2018er-Etikett vergebens. Inzwischen hat der 31-Jährige einen kleinen Einmannbetrieb gegründet, die Domaine in Black. In Anlehnung an seine Lieblingsfarbe, seinem Hund Blacky und den dunklen Kleidungsstil, den der «Partisan Vigneron» gerne pflegt als Bassist der Punkband «La Consigne». Das macht den Wein natürlich nicht noch besser. Die Story aber schon.

Gib mir die Ghettofist: Links das Duo von Raisins Sociaux, dahinter der Partisan – sozusagen in Deckung.

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Poolboy mit Pappbecher – ein Vitovska straight outta Karton

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Au Pappe: Poolboy mit Pappbecher, kürzlich in Venedig.

Wie dieser Weisswein leuchtet – strahlend gelb wie eine Zitrone im Schnee. Das muss am weissen Pappbecher liegen. Schöner Kontrast! Fast so krass wie die Diskrepanz zwischen dem Trinkgerät aus Karton und diesem exquisiten Hotel am Lido von Venedig. Wenn es darum geht, ein Weinglas an den Pool zu schmuggeln, hört hier der Spass auf beim Padrone an der Bar.

Den Trinkspass kann dieser pappige Liebestöter trotzdem nicht verderben – dafür ist der Wein viel zu gut. Ein Vitovska 2015 des legendären Edi Kante, frisch wie eine Zitrone im Schnee. Wäre der Himmel über der Adria klarer, könnte man den Blick von Venedigs vorgelagertem Strand vielleicht bis zum Golf von Triest schweifen lassen. Dort, auf einem hügeligen und karstigen Hochplateau der DOC Carso, wächst der Wein, den ich im Glas habe. Pardon – im Karton.

Friaul-Julisch-Venetien, kurz Friaul, heisst die Weinregion im Nordosten Italiens. Ganz im Osten des Friaul, auf einem wenige Kilometer schmalen Küstenstreifen zwischen der Adria und der Grenze zu Slowenien, liegt am Fuss der Alpen die grenzübergreifende Heimat der Vitovska-Traube. Fast wäre sie in Vergessenheit geraten und buchstäblich vom Erdboden verschwunden.

Renaissance im Funky Friaul

Doch die benachbarten Winzer Edi Kante und Benjamin Zidarich – inzwischen beides Legenden – verhalfen der heimischen Rarität in den 80er-Jahren zu einer Renaissance. Quasi im Gleichschritt mit dem Aufschwung der Weissweine aus dem Friaul, wo bis Mitte der 60er noch rote Rebsorten dominierten. Inzwischen haben internationale weisse Sorten wie Chardonnay oder Pinot Grigio die Macht und Massen an sich gerissen. Daneben verfügt das Friaul aber – vor allem im Osten – über spannende einheimische weisse Varietäten. Vitovska zum Beispiel, der bei Kante-Kumpel Zidarich auf der Maische vergoren zu sensationellem Orange Wine gekeltert wird. Hier duftet es dann auch eher nach Orangenzeste denn nach Zitrone.

Das raue Karst-Klima zwischen Alpen und Adria mit seinen starken Winden sowie den hohen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, begünstigt die Aromabildung. Das Resultat: frische und mineralische Weine, die genug Charakter haben, um auch einem Ausbau im Holzfass Stand zu halten. Bei Edi Kante ist der Holzeinsatz dezent: Sein Vitovska verbringt ein Jahr im gebrauchten Barrique und sechs Monaten im Stahltank. Die Aromatik reicht von Zitronenschale über knackiges Steinobst und helle Gewürze bis hin zu Physalis. Der Wein ist so frisch und langanhaltend, dass ihn nicht mal ein Pappbecher kaputtkriegt.

Wie eine Zitrone im Schnee: Im Glas schmeckt Edi Kantes Vitovska trotzdem besser.

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Wannaz, der Winzer-Wizzard aus dem Lavaux

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Wer im Glashaus sitzt: Aussicht vom Winter- in den Winzergarten der Domaine Wannaz.

Verwildert. Verwünscht. Verlassen. Feigen am Wegrand, Palmen an der Hauswand. Das Gemüsebeet umzingelt von wilden Kräutern und Blumen. Und Reben, natürlich. Der Blick über den Genfersee zu den Alpen ist atemberaubend. Weit und breit kein Winzer. Wie weggezaubert. In einem Verschlag, hängen, stehen und liegen Sägen und Siebe, Sicheln und Sensen. Ein Kupfertopf, in dem Asterix ein Wildschwein schmoren könnte. Allerlei Krimskrams. Stillleben einer Winzerwerkstatt, eines Zauberers.

Plötzlich steht er da, Gilles Wannaz. Zack, haben wir ihn im Glas, den Chasselas. Kurze Haare, weisser Dreitagebart, Hornbrille – der Winzer, nicht der Wein. Seit über 30 Jahren wirkt er im Herzen des Lavaux, seit 2003 nach biodynamischer Philosophie. Ein Pionier im Revier. Auch ein Philosoph und Poet. Die Etiketten seiner Weine sind gespickt mit Gedichten und Geschichten.

Gilles Wannaz, Winzer, Gastgeber und Multitalent.

Vor allem die Chasselas zeigen, warum nicht nur die UNESCO-zertifizierten Weinterrassen des Lavaux legendär sind, sondern auch die Crus, die darauf wachsen. Hier ist die heimische weisse Sorte Chasselas die Königin. Auch bei Wannaz, obwohl der Wahnsinnige auf seinen 4,5 Hektar nicht weniger als 26 Rebsorten kultiviert. Während sich die klassischen Grand Cru-Chasselas aus St. Saphorin und Epesses frischfruchtig, subtil und floral geben, zeigt die Landwein-Version «Vin en vérité» – ebenfalls aus dem heissen 2018 – mehr Muskeln und eine reifere Frucht. Die Würze ist süss, fast exotisch. Sortentypisch sind sie alle drei.

Ein verwinkeltes Bijou hoch über dem See

Die Chasselas sind untypisch typisch für Gilles Wannaz. Viele Weine des Wizzards sind es nämlich nicht. Merlot und Syrah würde man im Lavaux nicht unbedingt erwarten. Auch deshalb klassifiziert er seine erstklassigen Weine als vermeintlich einfache «Vin de Pays». Wannaz zelebriert auf der Etikette lieber seine poetische Ader, als sie mit der prominenten Herkunftsbezeichnung zu schmücken.

Die Domaine, ein verwinkeltes, altehrwürdiges Bijou hoch über dem See, gleicht einem Gesamtkunstwerk: Kritzeleien auf den Weintanks, kunstvolle Kronleuchter und Antiquitäten, stilsicher arrangiert und dennoch von wilder, chaotischer Schönheit. Das Pendant zum grünen Paradies vor der Haustüre. Als hätten hier Jean Tinguely, Harald Nägeli oder Andy Warhol persönlich Hand angelegt.

Hier tüftelt Wannaz nicht nur an seinen Weinen. Hier kocht er auch für Gruppen bis zu 80 Personen. Es muss ein Erlebnis sein. Denn hier möchte man Feste feiern, bis die Sonne über dem Genfersee wieder aufgeht.

Kupferkessel und Krimskrams: Stillleben aus der Küche eines Winzer-Wizzards.

Funfacts – was es sonst noch zu erzählen gibt

  • Früher hat Gilles Wannaz auch schon das Bühnenbild für Stephan Eicher gestaltet.
  • Seine Weine sind «voyages immobiles». Mit ihnen holt er die Welt an den Genfersee.
  • Wannaz etikettiert seine Crus meist als Vin de Pays. Nach AOC-Richtlinien wird nur der Chasselas abgefüllt – «Ich mag die Tradition, die Kultur, die muss man pflegen. Ein Syrah mit einem Epesses-Etikett interessiert jedoch niemanden.»
  • Das sagt Gilles über sich selber: «Ich koche wie meine Mutter und mache Wein wie mein Vater.»
  • Er mischt auch schon mal mit Tee aus Weinblättern mit Wein und raucht dazu getrocknete Weinblätter, liest man zumindest.
  • Wannaz arbeitet biodynamisch, ein verbissener Dogmatiker ist er aber nicht: «Sulfit ist ein natürlicher Bestandteil des Weins», sagt er und ergänzt lachend: «wenn man radikal gegen Sulfit ist, ist das auch eine Form von Rassismus. Schwefel kann auch für Spannung sorgen.» Er sucht die Einfachheit im Wein. Die Freiheit.
  • Wannaz ist ein Philosoph, auf der Etikette seines Muscat 2018 steht etwa: «De son île aux sovenirs éoliens bourrasque décoiffante sur un air lémanique.»

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Bra, bra, brrrrra! Drei Wein-Tipps für Capital Bra

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Hinten: Capital Bra, Rapper aus Berlin – vorne: Pulvermächer, der Riesling aus Stuttgart.

Tannine sind das Testosteron des Weins. Je jünger, desto ruppiger. Wenn der Berliner Strassenrapper Capital Bra ein Wein wäre, dann ein junger, wilder roter. Einer mit rabiaten Tanninen, die im Abgang nicht samtweich schnurren, sondern knurren wie ein Strassenköter: Rrra, rrra, rrra. Ein Geräusch aus dem Rap-Vokabular von Capital Bra.

Der 24-Jährige ist zurzeit Deutschlands erfolgreichster Rapper. Er bricht Streaming-Rekorde und ballert Nummer-1-Hits im Wochentakt raus. Der Reiz seiner Musik, finde ich, besteht aus dem Mix aggressiver Beats (sie werden immer poppiger) und einer unterkühlten Outlaw-Attitüde. Und natürlich dieser Singsang-Rap, um den es aktuell kein Herumkommen gibt. Lyrisch wäre dieser Wein kein Meisterwerk.

Namedropping und Statussymbole

Die Verkostungsnotiz eines Capital-Bra-Textes könnte so ausfallen: Starker Gucci-Gestank, daneben der Benzingeruch teurer Autos und Noten von Name-Dropping, etwa von Fussballstars wie Neymar oder Benzema. Auch ein Hauch von Schweizer Luxusuhren ist auszumachen, umgeben vom Dunst illegaler Rauschmittel.

Ob Capital Bra Wein mag? Als Parvenü, der gerne Geld für Statussymbole ausgibt, sollte er offen sein für gewisse Crus. Als Strassensommelier würde ich ihm als Einstieg einen Sassicaia aus der Toskana empfehlen. Das Wein-Pendant zur Luxuskarosse. Der Sassicaia der Tenuta San Guido ist einer der bekanntesten Weine überhaupt. Auf dem Etikett prangt, gut sichtbar, ein grosser goldener Stern auf blauem Grund. Perfekt also, um damit anzugeben.

Der Sassicaia hat die Weinwelt in den 1970er-Jahren etwa so aufgemischt wie Capital Bra heute die deutsche Musiklandschaft. Damals war es ungeheuerlich, dass in der Toskana plötzlich aus den Bordeaux-Sorten Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc ein Spitzenwein von Weltformat gekeltert wird. Ein richtiger Kerl mit viel Testosteron. Also Tannin. Die Power dieses «Super-Toskaners» passt zu den bissigeren Capital-Tracks, während seine samtige Seite gut mit den Pop-Songs des Berliners harmoniert.

Ein Pet Nat vom Bielersee und ein Riesling eines Rappers

Nach diesem Sureshot würde ich den Pet Nat der Bielersee-Winzerin Anne-Claire Schott aufreissen. Nicht nur, weil der Schaumwein so krass nach Rhabarber schmeckt, sondern auch, um dem Kapitän zu zeigen, dass sein Frauenbild noch sehr ausbaufähig ist. Es gibt nicht nur Nutten und Prinzessinnen.

Oder ich würde ihm einen «Pulvermächer»-Riesling verticken. Gekeltert von Moritz Haidle, dem rappenden Winzer aus Stetten bei Stuttgart. Astreiner Stoff mit frischer Zitrusaromatik und feiner weisser Würze, die beweist, dass weisser Wein die bessere Wahl ist als weisses Pulver. Und dazu, Bratan, gibt’s etwas «Tilidin» auf die Ohren.

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Na du Stinker? Verschnupft und verkorkt!

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Wein und Schnupftabak: Diese Mariage passt überhaupt nicht – ausser der Wein hat Kork.

Das Timing des Kellners ist ungünstig. Der Schnupftabak liegt auf den Handrücken bereit. Kichern. Verstohlene Blicke. In einem Hotel mit gratis Hauswein muss nicht alles so formell sein. Ausser die Begutachtung des Weins von der Karte. Der vino di casa wurde links liegen gelassen. Und der Kellner wird ungeduldig.

Die linke Hand mit den verdächtigen Häuflein verschwindet unter dem Tisch. Die andere führt den Kelch zur Nase. Kork! Der Wein ist muffig statt fruchtig und riecht wie nasser Hund auf feuchtem Karton. Unschön. Auch der Abgang: bitter wie das Abschneiden der Schweizer Fussballclubs in der Champions-League-Qualifikation.

Zurück zum Absender! So einfach lässt sich Kork nicht immer entlarven. Oft ist er ein Dieb auf leisen Sohlen. Er beraubt den Wein seiner ursprünglichen Aromatik und ist so sachte unterwegs, dass er manchmal sogar unbemerkt wieder davonkommt. Ein Korkschleicher. Nicht selten haben die Damen der Runde das feinere Näschen, um diese Stinker zu überführen.

So wird wird Kork entlarvt

Aber wie entlarvt man einen kontaminierten Cru? Am auffälligsten ist der modrige Kellergeruch. Manchmal wird auch Schimmel, faulendes Holz oder Leder zitiert. Im Gaumen alarmiert eine beissende Bitterkeit im Abgang die Kork-Polizei. Sortentypische Aromen? Fehlanzeige!

Anders als andere Weinfehler verflüchtig sich der «Zapfen» nicht mit etwas Zeit und Luft. Dafür lässt sich der Stinker durch Erwärmung verdeutlichen. Etwa indem der Wein mit warmem Wasser gestreckt wird. Bei Rotwein kann ein dezenter Fehlton durch Gerbstoffnoten überdeckt werden. Die Grenze zwischen Gut und Böse ist gar nicht so eindeutig. In der Gastronomie wird ein verdächtiger Wein oft ohne Widerrede ersetzt – so auch bei uns. Der Kellner ist immer noch nicht zurück. Also nix wie weg mit dem Schnupf!

Am Ursprung eines Korkschmeckers steht die ungewollte Aktivität von Pilzen. Diese stammen etwa von schimmligen Beeren, unsauberen Gebinden oder chlorhaltigen Mitteln zur Behandlung von Holz. Vor allem Spitzenproduzenten haben viele potenzielle TCA-Quellen bei der Produktion eliminiert – sie investieren viel Geld in die Kontrolle ihrer Korken.

Mit Schiesspulver desinfiziert

Komplett eliminieren lassen sich die Stinker nicht. Ganz fies: Auch Weine mit Drehverschluss können Kork haben, nachdem sie im Keller die falschen Kontakte geknüpft haben. Aber natürlich bietet poröser Naturkork mehr Angriffsfläche. Dabei ist die leichte Durchlässigkeit die Stärke von Kork – sie ermöglicht das minimale Eindringen von Sauerstoff.

Inzwischen ist der Kellner mit der Ersatzflasche eingetroffen. Dummerweise wurde die verkorkte Nase soeben mit Schnupftabak desinfiziert. Suboptimale Bedingungen, um den neuen Wein zu testen. Deshalb folgt ausnahmsweise die Verkostungsnotiz des Schiesspulvers: In der Nase Menthol, schwarzer Pfeffer und erdige Nuancen; im Nastüechli erdige Farben – und mit Tränen im Abgang. Hatschi!

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Julien Guillon – Sein Pinot steht unter Strom

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Smoke on the Weinberg: Julien Guillon, Macher des «Electric Water».

Donnerwetter. Dieses «Electric Water» schlägt ein wie ein Blitz. Ein Pinot Noir aus dem Wallis. Himbeerrot und milchig, als wäre er durch einen Gletscher gesickert. Die duftigen Donnerwolken, die in die Nase steigen, sind dunkler und deftiger. Man stelle sich Holunderbeeren vor. Oder Sauerkirsche. Das Himbeerjoghurt schimmert dezent durch die Wolkendecke. Veilchen ebenso. Für Spannung sorgt eine frische Kräuterwürzigkeit, die duftet wie frisch verhageltes Unterholz.

Auch im Gaumen zuerst der Blitz – die vibrierende Säure – dann donnern Frucht und Würze rein. Im Mund ist der Cru ein Tick rustikaler. Radikaler. Doch er entwickelt sich zu einem schönen Finale mit frischer Mineralik und einem etwas stoppligen Tannin-Teppich. Das ist ok – der Wein ist noch jung. Mit frischen 12 Volumen und dem kräutrigen Charakter ist der «Electric Water» ein typischer Cool-Climate-Wein.

18 Parzellen, 25 Weine: Ein kleiner Ausschnitt aus dem Lineup von Julien Guillon.

Pardon! Ich bin ungestüm wie ein Wolkenbruch reingeplatzt und habe Pinot verspritzt – ohne den Winzer vorzustellen. Das wird jetzt nachgeholt: Der «Electric Water» stammt aus dem Jahr 2018 – und von Julien Guillon. Dieser stammt aus Genf, wurde im Burgund ausgebildet und hat sich bei Sion im Unterwallis niedergelassen. Dort macht er seit 2017 Wein. Auf den Etiketten seiner Crus stehen Sachen wie «méthode agricole de Rudolf Steiner», «Vin de Pays Suisse» oder «contient des sulfites naturel».

Zu Deutsch: biodynamischer Rebbau, der Winzer nimmt sich mit dem Label «Landwein» die grösstmögliche Freiheit – und er setzt keinen Schwefel zu. Also keine Sulfite. Man merkt: Guillon macht vins naturel. Gewachsen im Einklang mit der Natur, gekeltert ohne Zusätze. Da könnte man meinen, dass der Name «Electric Water» eine metaphysische Ebene hat. Denkste! Es ist viel trivialer: Die Pinot Noir-Reben dieses Weins wachsen bei Ayent neben einem Elektrizitätswerk. Hier fliessen nicht nur Megawatt sondern auch die Rhône, einer der wichtigsten Ströme Europas.

Die Reben stehen also doppelt unter Strom. Oder daneben. Gut so, Spannung ist das Gegenteil von Langeweile. Und so sind auch die Weine von Julien Guillon. Der elektrische Rebberg ist eine von 18 meist kleinen Parzellen des bald 37-Jährigen. Eine der tiefsten. Seine höchste Lage liegt bei Fully auf 900 Meter über Meer. Ein privilegierter Fleck mit viel Sonne und kühlen Nächten.

Hier sind die Reben aber auch den Kräften der Natur ausgesetzt. Zum Beispiel Frost. Oder dem Hagelsturm, der die Reben vor einer Woche heimgesucht hat – kurz vor der Ernte. Das schmerzt. «2019 hat sich schon jetzt in meine Seele eingebrannt», sagt Guillon bevor er wieder in den Rebberg klettert. Dort ist er, der fast alles alleine und in Handarbeit erledigt, viel lieber als an Weinmessen. Trotzdem verkauft er 80 Prozent seiner Crus ins Ausland. Dank Social Media. Vor allem aber dank seiner elektrisierenden Weine.

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Mona Lisa Chappaz – ein Schweizer Trumpf, der immer sticht

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Schamlos schielt mir die junge Dame in die Jasskarten. Mit eindringlichem Blick und einem sanften Lächeln auf den Lippen – fast wie Da Vincis Mona Lisa. Unverschämt! Zum Glück ist Madame verschwiegen. Ich bin irritiert, zögere. Soll ich tatsächlich Slalom ansagen? Und falls ja: mit welcher Karte beginne ich? Ein Match liegt drin! Die Gute starrt mir immer noch in die Karten. Sie könnte ruhig helfen, anstatt nur stumm rumzustehen.

Ich nehme die Flasche mit der lächelnden Mona Lisa auf dem Etikett und schenke etwas Rotwein nach. Das hilft. «Slalom – wir beginnen mit Undenufe!» Der Wein macht Mut. Ein grandioser Tropfen aus den Bordeaux-Sorten Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Aber dieser Cru stammt nicht aus dem Bordelais, sondern aus dem Wallis. Passend zum 1. August hat sich das Wetter in Zermatt soweit heruntergekühlt, dass man guten Gewissens zum kräftigen Roten greifen kann. Krass, wie schlank ein Powerwein trotz 14 Volumen wirken kann. Die Dame ist frisch wie eine Sommernacht in den Bergen. Diese mysteriöse Madame, deren Identität noch gelüftet werden soll.

Label, Labern, Gotteslästerung

Der Wein ist von Marie-Thérèse Chappaz aus Fully. Die Crus der Walliser Biodynamie-Pionierin werden von Kritikern hochgelobt und von Liebhabern verehrt. Ihre Strahlkraft leuchtet weit über die Landesgrenzen hinaus. Die Süssweine von Marie-Thérèse Chappaz sind legendär. Zwei von ihnen wurden 2018 mit je 99 Parker-Punkten ausgezeichnet – das hat in der Schweiz noch niemand geschafft.

Ob die Mona Lisa auf dem Weinetikett die junge Marie-Thérèse zeigt? Aus der Zeit, als sie 1987 mit 17 Jahren die ersten 1,5 Hektar Reben übernommen hat? Dann würde das Label sozusagen Mona Lisa Chappaz zeigen – gezeichnet im Stil eines Andy Warhol. Item. Bei einem Wein von Marie-Thérèse Chappaz so lange übers Label zu reden, grenzt an Gotteslästerung. Da könnte man ebenso gut übers Jassen lamentieren.

Ich schmetter mein letztes Ass auf den Tisch, gleich neben dem Glas mit diesem wunderbaren Wein drin – dem «Grain Noir 2017». Die schöne Balance zwischen Power und Finesse wurde ja schon besungen. Daneben besticht der tiefdunkle und dicht gewobene Cru mit frischer dunkler Frucht, straffer Struktur und schöner Kräuterwürzigkeit. Eine Schweizer Assemblage aus Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc ist nicht so oft zu finden – so eine sowieso nicht.

Es ist der dritte «Grain Noir»-Jahrgang in Folge, der mich in Ektase versetzt. Noch ein Schluck. Der Match ist im Trockenen. Naja, fast. Mona Lisa Chappaz muss mitansehen, wie der Triumph in der allerletzten Runde vereitelt wird. Immerhin habe dabei ich einen der besten Rotweine der Schweiz im Glas.

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Supplement: 10 Fakten zu Marie-Thérèse Chappaz

  1. Hat 1987 die ersten 1,5 Hektar Reben übernommen – im Alter von 17 Jahren
  2. Ursprünglich wollte Chappaz Hebamme werden
  3. Zunächst musste Chappaz ihre Trauben verkaufen, weil der Keller noch nicht ready war
  4. Erster eigner Jahrgang 1988 – ein Jahr vor der Eröffnung des Kellers über Fully im Lieu-dit La Liaudisaz
  5. Heute bewirtschaftet Chappaz 10 Hektar in Fully, Charrat, Leytron und Chamoson
  6. Die Weine wachsen in einer Höhe von 450 bis 800 Meter über Meer
  7. Internationale Bekanntheit hat Chappaz vor allem dank ihren Süssweinen erlangt
  8. 1997 Entschluss zur Biodynamie, ab 2002 biodynamisch, seit 2004 mit dem Demeter-Zertifikat
  9. In der legendären kesselförmigen Steillage Combe d’Enfer wird es im Sommer bis zu 40 Grad heiss
  10. Auszeichnungen: Winzerin des Jahres (Gault Millau 1996), Prix d’excellence (Villa d’Este Wine Symposium 2015), Schweizer Weinikone (Gault Millau 2016), zwei Mal 99/100 Parker-Punkte (2018)

Arianna Occhipinti – Königin der Landstrasse

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Hier lebt es sich gut für einen Höhlenmenschen. Die Tischdecken leuchten weiss wie die Kalksteinfelsen über uns. Schwalben fliegen flink aus dem Gewölbe und ziehen ihre Kreise, als wollten sie sich der atemberaubenden Aussicht vergewissern. Ein Kreislauf zwischen Himmel und Höhle. Das Gewölbe wenige Meter über der Brandung hat das Restaurant «Grotta Palazzese» an der süditalienischen Adriaküste weltbekannt gemacht. Das Meer leuchtet azurblau. Aber ich sehe rot, habe nur Augen für den Wein.

«Ein toller Wein!» Die Augen des Kellners funkeln während er die Flasche entkorkt. War das ein Kompliment? Eine nett gemeinte Floskel? Sein verschwörerischer Blick lässt Raum für Interpretationen. Im Zweifel zu Gunsten des Angeklagten! Das macht uns zu Komplizen. Zu Verbündeten im Fanclub der sizilianischen Winzerin Arianna Occhipinti und ihrer Weine.

Wir sind zwar in Apulien, aber trinken Sizilien. Im Glas glitzert ihr SP68 Rosso. Die Assemblage aus 70% Nero d’Avola und 30% Frappato hat Occhipinti nach jener Landstrasse im Süden der Insel benannt, an der ihre Weinberge liegen.

SP68 – ein Symbol aus Asphalt

Eigentlich lustig, dass eine naturverbundene Winzerin wie Occhipinti ihren Wein nach einer Strasse benennt und beschildert. Aber es passt. Nicht, weil Occhipinti sich um ihre Street Credibility kümmern müsste, sondern weil die Strada Provinciale 68 als asphaltiertes Symbol ihrer Karriere gesehen werden kann.

Die Strasse führt zum Weingut COS ihres Onkels Giusto Occhipinti, der Arianna als Teenager mit dem Weinvirus infiziert hat. Und als junge Winzerin war sie später mitverantwortlich dafür, dass aus dem Geflecht an Landstrassen rund um die SP68 eine Strada del Vino wurde – mit Wegweisern zu den Winzern und weniger illegalen Mülldeponien.

Ob das der Kellner mit den funkelnden Augen auch weiss? Die Aromen des Weins, den er soeben kredenzt hat, würden ihm jedenfalls eine andere Geschichte erzählen. Von heissen Tagen und kühlen Nächten in den Weinbergen. Von knorrigen Buschreben. Und von lokalen Sorten, die im Glas zu einer eleganten und würzigen Kreszenz zusammenfinden. Nur 12,5 Volumenprozent! Schon krass, wie frisch ein Rotwein sein kann, der fast auf dem gleichen Breitengrad zuhause ist wie die Einwohner von Tunis.

Frischer Frappato fürs Herz

Der SP68 ist Occhipintis Wein der Strasse. Ihr Wein des Herzens ist aber der Frappato. Die sizilianische Rarität bringt in den Augen der Winzerin den Charakter ihrer Heimat – und auch ihren eigenen – am besten auf den Punkt. Frappato punktet mit frischer Eleganz, einer sanften Würzigkeit, und einer Kaskade an roten Fruchtaromen. Rote Johannisbeeren zum Beispiel. Oder frisch gepflückte Erdbeere.

Manchmal fühlt man sich auch an ungesüsstes Erdbeer-Frappé erinnert. Muss wohl am Namen liegen. Und weil man den feingliedrigen Wein auch leicht gekühlt trinken kann – zuhause im Garten oder in einer Höhle am Meer.

Dieser Artikel wurde erstmals in der bz Basel publiziert.