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Sie sind jung, ambitioniert und haben bereits ein festes Standbein im Gundeli: Anfang 2015 übernimmt das Team des Restaurant «5 Signori» das «eo ipso» auf dem Gundeldinger Feld.

Haben bald ein zweites Standbein im Gundeli: Tim Kröpfli (rechts) wird Geschäftsführer im «eo ipso», Marc Stocker, Daniel Brunner und Mathias Nydegger (v.l.) bleiben im «5 Signori».

Haben bald ein zweites Standbein im Gundeli: Tim Kröpfli (rechts) wird Geschäftsführer im «eo ipso», Marc Stocker, Daniel Brunner und Mathias Nydegger (v.l.) bleiben im «5 Signori».

Weit wird er nicht zügeln müssen. Ab Januar 2015 übernimmt Tim Kröpfli mit seinen Kollegen vom Restaurant 5 Signori die Leitung des «eo ipso» an der Dornacherstrasse. Aktuell arbeitet der junge Basler Gastronom eine Querstrasse weiter – an der Güterstrasse. Dort wird Kröpfli als Mitinhaber des «5 Signori» weiter seine Finger im Spiel haben, operativ aber verschiebt sich seine Aufmerksamkeit auf das Gundeldinger Feld. Dort hat die bisherige «eo ipso»-Betreiberin Lonja Schmid im Sommer nach zwölf Jahren ihren Mietvertrag gekündigt.

«Ich fing sofort Feuer als ich am 1. August zufällig vom frei werdenden Lokal erfuhr», sagt Kröpfli, der seit sechs Jahren im Gundeli-Quartier lebt, das «eo ipso» in Sichtweite. Also haben sich die «5 Signori»-Betreiber gemeinsam um die Übernahme der umgenutzten Industriehalle beworben – und nun den Zuschlag erhalten.

«Wir haben die Betreiber des 5 Signori wegen ihrem Lokalbezug ausgewählt – und weil sie mit lokalen Produkten arbeiten wollen», erklärt Pascal Biedermann, Geschäftsführer der Kantensprung AG, die das Gundeldinger Feld seit 15 Jahren verwaltet. Das Interesse sei mit über zehn Bewerbern gross gewesen, was Biedermann erfreut, aber nicht erstaunt. «Dieser Raum ist einmalig, das ist keine 0815-Beiz», sagt der Basler Umnutzungs-Pionier.

Gastronomisch umgenutzt: In der ehemaligen Maschinenfabrik Sulzer-Burkhardt wurden bis zur Jahrtausendwende Vakuumpumpen und Kompressoren hergestellt.

Gastronomisch umgenutzt: In der ehemaligen Maschinenfabrik Sulzer-Burkhardt wurden bis zur Jahrtausendwende Vakuumpumpen und Kompressoren hergestellt.

Auch Kröpfli gerät beim Gedanken an seinen neuen Arbeitsplatz ins Schwärmen: «Durch diese hohe Halle bietet das Lokal viele Möglichkeiten für eine interessante Gastronomie – wie ein Spielplatz, auf dem man sich austoben kann.» Die Neuerungen werden zunächst vor allem inhaltlicher und nicht baulicher Natur sein. Selbstverständlich soll und wird sich die Halle aber im Lauf der Zeit auch verändern. «Der Raum muss erlebbar bleiben», sagt Kröpfli.

Wie genau sich das Lokal inhaltlich verändern wird, möchte der künftige Gastgeber noch nicht verraten. Zu viel muss noch gemacht werden in den wenigen Wochen zwischen Zuschlag und Eröffnung. Am 1. Januar übernehmen die «5 Signori» das «eo ipso», im Februar soll das Lokal dann bereits wieder eröffnet werden. Ob das beliebte Restaurant mit Barbetrieb unter dem bisherigen Namen weitergeführt wird, ist gemäss Kröpfli noch unklar. Er ist aktuell damit beschäftigt, sein neues Team zusammenzustellen. Das restliche Signori-Team – alle Anfang dreissig – bleibt nämlich im Stammlokal an der Güterstrasse, das sich in den knapp zweieinhalb Jahren seit der Eröffnung zum beliebten Feinschmeckerlokal mit 12 Gault-Millau-Punkten gemausert hat.

Neben Kröpfli als Geschäftsführer wird einzig auch «5 Signori»-Küchenchef Marc Stocker nebenbei auf dem Gundeldingerfeld mitwirken. Der junge Koch ist für das kulinarische Konzept und dessen Umsetzung im neuen Lokal zuständig sein. Während das «eo ipso» und das «5 Signori» in einer ähnlichen Preis-Liga spielten, soll das Essen im neuen Lokal eher etwas preiswerter werden. «Wir werden sicher nicht teurer», sagt Kröpfli. Die Vorfreude auf die neue Herausforderung ist ihm anzusehen. Und anzuhören: «Das Gundeldingerfeld ist eine urbane Oase, ein Freiraum, der – anders als früher das nt-Areal – mitten in der Stadt liegt.»

Dieser Artikel erschien erstmals in der Basler Zeitung vom 4. November 2014.